In Kleinlampen sind wir groß!

In miniatures we are great!

Technik der Lampe

Bestandteile

Eine Micro-Glühlampe besteht aus verhältnismäßig wenigen Einzelteilen:


Material

Wendel

Das „Herz” jeder Lampe ist die Wendel. Bei MGG- Lampen wird ausschließlich Wolframdraht für die Fertigung verwendet, der höchsten Qualitätsanforderungen entspricht. Jeder Draht wird bereits vor der Verarbeitung einer Qualitätsprüfung unterzogen, um zu gewährleisten, dass nur einwandfreie Drähte zur weiteren Verwendung gelangen. Der kleinste eingesetzte Drahtdurchmesser liegt bei 2,9 µm und wurde z.B. bei der „kleinsten Glühlampe der Welt” (Ø 0,75 x Länge 2,8 mm) verwendet und erreicht bei 1,5 V eine Stromaufnahme von nur 8 mA!

Bei der Wendelfertigung wird der Wolframdraht gleichmäßig auf einen Molybdän-Kerndraht gewickelt. Die Durchmesser beider Drähte, die gewählte Steigung und die Länge des Gewendels bestimmen bereits die lichttechnischen und mechanischen Daten der Lampe, in der diese Wendel zum Einsatz kommen soll. Je nachdem, für welche Spannung die Wendel ausgelegt ist, erfolgt nach dem ersten Wickeln ein nochmaliges Spiralisieren, wieder auf einen Molybdän-Kerndraht. Das fertige Produkt wird als Doppelwendel bezeichnet. Anschließend erfolgt das Glühen der Wendel in einem separaten Arbeitsgang.

Hierbei bekommt die Wendel seine mechanische Festigkeit und Formbeständigkeit. Der Glühprozess unterliegt einer permanenten Kontrolle und gewährleistet, dass die später gefertigten Lampen alle geforderten Eigenschaften aufweisen und innerhalb der vorgegebenen Toleranzen liegen.

Je nach Größe des Lampenkörpers, in dem die Wendel eingesetzt wird, ist festgelegt, ob eine Einfach- oder Doppelwendel vorzusehen ist. Im Allgemeinen werden Doppelwendel erst bei Spannungen ab 18 V aufwärts Einsatz finden. MGG-Lampen haben in vielen Fällen bereits ab 5 V eine Doppelwendel, die mechanisch hochstabil ist und einen kleinen, nahezu punktförmigen Leuchtkörper darstellt. Speziell bei Linsenlampen ist dieses ein wichtiger Vorteil.

Nach dem Spiralisieren des Wolframdrahtes wird das fertige endlose Gewendel (der Wendel- Schlauch) auf die vorgegebene Länge geschnitten. Der jetzt nicht mehr benötigte Molybdän-Kerndraht wird auf chemischem Wege herausgelöst (geätzt). Abschließend werden die Wendeln noch einem gründlichen Reinigungsprozess unterworfen, um auch letzte Rückstände zu beseitigen. Jetzt wird eine kleine Menge entnommen und eine Musterserie von Lampen produziert, um zu sehen, ob die Wendeln die theoretischen Daten bestätigen. Nur wenn dieses gewährleistet ist, wird die Fertigungs-Charge  freigegeben,  um den MGG-Lampen Qualität und Zuverlässigkeit zu verleihen.


Stromzuführungen

Als Stromzuführungen (zwei Stück je Lampe) finden ausschließlich Kupfermanteldrähte Einsatz. Diese bestehen aus einem Nickel-/Eisen-Kern mit einem Kupferüberzug und gewährleisten eine optimale vakuumdichte Verschmelzbarkeit mit den Glasperlen bzw. Glaskolben. Andere Drähte, z.B. Platinmanteldraht, können auf Wunsch (bei Sonderlampen) zum Einsatz kommen. Die verfügbaren Drahtdurchmesser betragen 0,15 bis 0,40 mm. Die meisten Lampen haben als Standard Elektroden einen Durchmesser von 0,20 bzw. 0,25 mm.


Halterdrähte

Bei Lampen, deren Wendel so lang ist, dass er nicht stabil in der Lampe montiert werden kann oder die Gefahr des Zusammenfallens bzw. Anlegens an die Glaskolbeninnenwand besteht, werden eine oder zwei Wendelstützen in die Glasperle eingeschmolzen. Diese bestehen aus Molybdändraht mit einem Durchmesser von 0,10 mm und sind im oberen Bereich zu Häkchen geformt, in die die Wendel eingehängt wird. Die Häkchen werden anschließend zugebogen und verhindern dadurch ein Herausspringen der Wendel bei mechanischen Belastungen (z. B. Schocks/Vibrationen) - siehe hierzu auch "Wendelaufbauten".


Perle

Eine Glasperle hat verschiedene Funktionen in der Lampe. Sie wird um die Stromzuführungen herumgeschmolzen, sorgt für einen gleichmäßigen Elektrodenabstand und nimmt je nach Länge der in der Lampe eingesetzten Wendel einen oder zwei Halter auf (s. Wendelaufbauten). Bei Lampen mit einem Durchmesser von 5,85 mm (T-1¾ ) und kleiner dient die Perle gleichzeitig zum vakuumdichten Verschmelzen zwischen Stromzuführungen und Glaskolben.


Kolben

Bei  MGG-Lampen  kommen  vier verschiedene Kolbenarten zum Einsatz:

  • Rundkolben
  • Flachkolben
  • Linsenkolben
  • Kugelkolben

Die unter 1 bis 3 genannten Kolben sind alle röhrenförmig und unterscheiden sich nur durch den oberen Abschluss. Rundkolben sind halbrund ausgeführt, Flachkolben sind plan abgeschlossen, und Linsenkolben haben eine Plankonvexlinse (bei T-⅔, T- ¾  und T-1). 

Bei Lichtwurf- bzw. Punktlichtlampen ist die Linse bikonvex ausgeführt. Kugelkolben haben einen gleichmäßigen runden Durchmesser.

Alle Lampen werden entsprechend ihres Glaskolbens klassifiziert. Die Bezeichnungen kommen aus der amerikanischen Fachliteratur: 

  • Lampen mit röhrenförmigen Kolben = tubes  →  T 
  • Lampen mit kugelförmigen Kolben  = globes → G

Zusätzliche Zahlenangaben erläutern die Bauform der Lampentype. So steht „T-1” z.B. für eine röhrenförmige Lampe mit einem Durchmesser von 3,175 mm. Die  „1”  steht  für ⅛” (inch). Alle anderen Angaben gelten analog für Bruchteile (T- ½ = 1,6 mm) beziehungsweise Vielfachem (T-1  ¾) = 5,85 mm) von ⅛” (inch) = 3,175 mm. Die im Katalog gelisteten Lampen sind in T-Gruppen unterteilt.

MGG-Glaskolben werden aus verschiedenen Glassorten gefertigt, die optimal auf alle anderen Materialien und Maße, insbesondere die Ausdehnungskoeffizienten der Stromzuführungen, abgestimmt sind. Mit Ausnahme der Anzeigelampen T-1 ½ und T-1 ¾ sind alle anderen Kolben, insbesondere die Linsenkolben, weitestgehend frei von Schlieren, Einschlüssen oder Verunreinigungen und gewährleisten jeweils ungehinderten Lichtaustritt aus der Lampe. Jeder Fertigungsprozess in der Kolbenfertigung wird laufend kontrolliert. Die fertigen Kolben werden, bevor sie in die Produktion fließen, noch einmal statistisch überprüft, sowohl mechanisch auf Abmessungen als auch visuell auf optische Beschaffenheit.


Sockel

MGG-Lampen haben in der Basis-Ausführung galvanisch verzinnte Anschlussdrähte und sind leicht zu löten (nach DIN 40046 bzw. MIL-T-10727). Auf  Wunsch  können  vergoldete  Drähte  nach MIL-G-45204 geliefert werden. Neben den vorgenannten Versionen sind die meisten Lampen gesockelt lieferbar. Viele Sockel sind international genormt und ermöglichen es, Lampen ohne Lötvorgang beziehungsweise Hilfswerkzeuge auszuwechseln. Einige entsprechende Fassungen bzw. Lampenhalter werden im Katalog aufgeführt.


Farbe / Silikon-Kappe

In der Standardausführung sind alle Glaskolben klar (transparent). Auf Wunsch sind folgende Färbungen möglich, bei der die Lampen mit einem mechanisch widerstandsfähigen und alterungsbeständigen Einbrenn-Tauchlack versehen oder aber mit einer Silikon-Farbkappe überzogen werden:

  • rot, nach MIL-L-25467 
  • grün, nach MIL-C-25050 
  • gelb, nach MIL-C-25050
  • blau 
  • blau-weiß nach MIL-L-27160 
  • orange
  • opalweiß 
  • mattiert